Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter.
Ich soll wachsen und gedeihen; ich soll neun Monate schlummern; ich soll es mir gut sein lassen – sie wünschen mir alles Gute. Sie behüten mich. Sie wachen über mich. Gnade Gott, wenn meine Eltern mir etwas antun; dann sind sie alle da. Wer mich anrührt, wird bestraft; meine Mutter fliegt ins Gefängnis, mein Vater hintennach; der Arzt, der es getan hat, muß aufhören, Arzt zu sein; die Hebamme, die geholfen hat, wird eingesperrt – ich bin eine kostbare Sache.
Für mich sorgen sie alle: Kirche, Staat, Ärzte und Richter.
Neun Monate lang.
Wenn aber diese neun Monate vorbei sind, dann muß ich sehn, wie ich weiterkomme.
Die Tuberkulose? Kein Arzt hilft mir. Nichts zu essen? keine Milch? – kein Staat hilft mir. Qual und Seelennot? Die Kirche tröstet mich, aber davon werde ich nicht satt. Und ich habe nichts zu brechen und zu beißen, und stehle ich: gleich ist ein Richter da und setzt mich fest.
Fünfzig Lebensjahre wird sich niemand um mich kümmern, niemand. Da muß ich mir selbst helfen.
Neun Monate lang bringen sie sich um, wenn mich einer umbringen will.
Sagt selbst:
Ist das nicht eine merkwürdige Fürsorge –?
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Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung.
Ich kann beide Seiten verstehen. Die Idealistin in mir wünscht sich, dass Eltern nach dem ersten Schick ihr Schicksal annehmen und zu ihrem Kind stehen, egal wie behindert und ihm alle Liebe der Welt schenken und sich trotz allem darauf freuen, andererseits kann ich mir kaum diese norme Belastung ausmalen. Ich kenne Fälle, in denen die Kinder stark behindert waren und als vierzigjährige Frau mit dem Schnuller im Mund im Rollstuhl vom Vater geschoben wurden und kann mir kaum vorstellen, wie anstrengend sein Leben gewesen sein muss. Allerdings wird mir schlecht bei dem Gedanken, ein lebensfähiges Kind "abtreiben" zu lassen. Deswegen finde ich es schon gut, dass das nicht gemacht wurde, kann aber verstehen, dass die Eltern ihr Kind, auch wenn es sich traurig liest, (auch) als Belastung empfinden.
Wenn in Deutschland wirklich alle so unglaublich am Wohl der behinderten Mitmenschen interessiert wären, gäbe es ja wohl genügend Plätze in betreuten Wohneinrichtungen, Krippen, Schulen etc. und die Familien müssten sich nicht, wie in dem Artikel beschrieben, neben der ohnehin schon zeitaufwändigeren, intensiveren, anstrengenderen Pflege des behinderten Kindes um den ganzen Papierkram kümmern, sich von A nach B nach C nach D schicken lassen, um letztendlich doch wieder alleine dazustehen. Wenn die Familien wüssten, dass sie nach der Geburt eines schwerstbehinderten Kindes nicht alleine dastehen würden, sich nicht um jeden Pups wochen- oder monatelang mit den Versicherungen rumschlagen müssten, sondern tatsächlich die benötigte Unterstützung von Staat und Gesellschaft erhalten würden, würden sich sicherlich mehr Familien für das Leben mit einem behinderten Kinde entscheiden...
Und das ist für mich eben immer noch der größte Skandal an der ganzen Geschichte. Die Eltern werden für ihre Einstellung verurteilt. Aber diejenigen, die den Eltern quasi dieses Kind aufgezwungen haben und sie jetzt ohne Hilfe hängen lassen, werden kaum angegriffen. Ich kann es verstehen, wenn man gegen Spätabtreibungen ist- aber dann sollte man den Eltern bitte auch jede erdenkliche Hilfe und Förderung anbieten, sobald das Kind da ist, und sie nicht sitzen lassen.
Ich kann beide Seiten verstehen. Die Idealistin in mir wünscht sich, dass Eltern nach dem ersten Schick ihr Schicksal annehmen und zu ihrem Kind stehen, egal wie behindert und ihm alle Liebe der Welt schenken und sich trotz allem darauf freuen, andererseits kann ich mir kaum diese norme Belastung ausmalen. Ich kenne Fälle, in denen die Kinder stark behindert waren und als vierzigjährige Frau mit dem Schnuller im Mund im Rollstuhl vom Vater geschoben wurden und kann mir kaum vorstellen, wie anstrengend sein Leben gewesen sein muss. Allerdings wird mir schlecht bei dem Gedanken, ein lebensfähiges Kind "abtreiben" zu lassen. Deswegen finde ich es schon gut, dass das nicht gemacht wurde, kann aber verstehen, dass die Eltern ihr Kind, auch wenn es sich traurig liest, (auch) als Belastung empfinden.
Ob es lebensfähig gewesen wäre war gar nicht klar, das stellte sich erst nach der Geburt heraus. Es bestand die Wahrscheinlichkeit, dass der Junge nichtmal selbst atmen kann.
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Wer keine Ahnung hat, hat auch keine Meinung.
Ic arbeite las Heilerziehungspflegerin mit Menschen die eine geistige Behinderung haben in der Ausbildung haben wir uns auch mit der Spätabtreibung von behinderten Kindern befasst und dazu sei mal gesagt das ist nicht mal schnell hübsch die Spritze mit Kaliumchlorid ins Herz und zack das Kind ist schmerzlos eingeschlafen .
Wir haben ganz viele Berichte aus Deutschland wohl gesagt wo Ärzte 21 Stiche mit der Kalium spritze brauchten um richtig zu treffen oder wo das abgetriebene Kind weggelegt wurde nach der Geburt und viel später festgestellt wurde das es immer noch nicht brav gestorben war und die Ärzte am überlegen waren ob sie noch ein bischen länger warten sollen oder doch medizinische Maßnahmen einleiten sollen.
Das ist für mich Mord einen Menschen der schon alle Sinne hat und fühlt so grausam umzubringen, sonst würde kein Mensch mal eben eine Spritze ins Herz bekommen.
Schlimm finde ich auch das Kinder mit einer gut behandelbaren Gaumenspalte bis zum 5 Monat abgetrieben werden können.
Wie gesagt ich arbeite im Behindertenbereich und kann die Gedankengänge von den Eltern teilweise verstehen, es gibt wirklich so schwere Behinderungsformen, das auch ich mich schon gefragt habe wie lebenswert kann denn so ein Leben sein aber ich habe viel,viel mehr Menschen mit Behinderung kennengelernt wo ich sagen kann und ich auch von ihnen den Eindruck hatte das sie ihr Leben durchaus ok finden.
Und mal zum Thema Heim die sind deutlich besser als ihr Ruf und man muss leider sagen das Wohnheime für Behinderte deutlich besser sind als Altenpflegeheime, wenn ich mal alt bin und sich an der Situation nix geändert hat würde ich eher in ein Wohnheim für Menschen mit Behinderung ziehen als in heutiges Altenpflegeheim.
In den Wohnheimen wird heute schon so gearbeitet das man schaut was sich die Bewohner vorstellen und wünschen b.z.w machen wollen und das wird soweit wie möglich umgesetzt.
Das es noch neg. Beispiele gibt weiß ich.
__________________ Was bringt mir 2012
13.01Start ww103,798,8 98,4= 5% verloren von mir
Ich habe meine eigene Einstellung dazu.
Gleichzeitig würde ich mir nie das Recht nehmen über andere zu urteilen.
Ich laufe in meinen Schuhen.Nur ich.Nur ich weiß wie sich das anfühlt.
Ist die Frage was schlimmer ist... getötet zu werden oder damit leben zu müssen, immer nur bemitleidet, abgestoßen oder als Klotz am Bein gesehen zu werden.
Ich hoffe, niemals in so eine Situation zu kommen. Weil ich einerseits das Leben eines Kindes als höchstes, schützenswertestes Gut ansehe, bei dem man nicht zwischen gut und schlecht, liebenswert und nicht liebenswert, normal oder behindert differenzieren darf. Mensch ist Mensch. Aber auf der anderen Seite weiß ich, dass ich mit sowas komplett überfordert wäre und ohne Hilfe nicht in der Lage wäre, dieses Kind großzuziehen. Vielleicht wäre ich aus dieser Überforderung heraus gar nicht in der Lage, diesem Kind die Liebe zu geben die es braucht und verdient. Und wenn mir dann wie in dem Artikel gesagt wird, dass man das Kind ja weggeben könnte, es aber ohnehin im Heim verrecken würde, dann würde das genau so meiner Moral widersprechen wie das Abtreiben.
Ich für mich wäre lieber tot als abgelehnt zu werden, mein Leben lang auf Hilfe angewiesen zu sein oder aber so lebensunfähig zu sein, dass ich langsam vor mich hinkrepiere. Aber es gibt so viele behinderte Menschen, die einfach nur ihres Lebens froh sind.
Und angesichts dieser Überlegungen wäre es für mich unmöglich, den richtigen Weg für mich als auch für das Kind zu finden.
Ich finde nicht, dass man den Eltern hier irgendeine Schuld geben sollte. Menschen machen Fehler, Menschen sind überfordert... diesen Menschen wurde nicht die Chance gegeben, die Entscheidung zu treffen, die für sie am besten gewesen wäre. Ich kann die Sicht des Arztes aber ebenso verstehen.
Versagt hat hier in meinen Augen einzig und allein der Staat, der die Eltern im Stich lässt.
Dass solch eine Diskussion hier breitgetreten werden würde, war klar. Abtreibung ist ein ganz schwieriges Thema.
Ich bin und bleibe bei der Meinung, dass dies eine Sache ist, die ich immer noch selber entscheiden will und dass es eine Unverschämtheit ist Frauen Kinder aufzuzwingen. Ich weiß nicht, ob ich im Fall des Falles bereit wäre eine Abtreibung vornehmen zu lassen, bin aber froh in einem Land zu leben, in dem ich zumindest in der Frühschwangerschaft selber über meinen Körper entscheiden kann und in dem nicht verknöcherte alte Männer das sagen haben, die aus religiösen Gründen der Meinung sind darüber ebstimmen zu können. Punkt. Mein Bauch gehört mir.
Was Spätabtreibungen angeht, hätte ich da auch eher ein Problem mit, eben weil das KInd schon leben kann. Ich verurteile aber nicht die Eltern. Ich verurteile diejenigen, die sie alleine gelassen haben. Und das ist nicht nur in diesem Fall so. Ich würde gerne mal lesen, was meine Schwester dazu sagt, sie arbeitet ja auch im heilpädagogischen Bereich und hat Deutschland verlassen. Arbeitet jetzt im Ausland und sagt dass die Förderung da schon anders aussieht als hier.
Da bekommen die Heime kein Geld, Arbeit wird von studentischen Hilfskräften gemacht - im Schichtdienst und alleine (trotz anderer Gesetzgebungen). Ich habe selber Nachtdienst in einer Wohnstätte gemacht - ohne jegliche Ausbildung, die haben dringen Leute gesucht, war ich im Nachtdienst alleine. Nach ein paar Wochen habe ich das freiwillig aufgegeben - zu viel Verantwortung.
Wenn ich das von Schwester höre, also die Zustände in den Heimen, dann hätte ich Angst mein Kind in ein solches Heim zugeben - nicht weil ich dem Personal nicht trauen, die opfern sich oft auf, sondern weil das System sie nicht unterstützt. Und was wird aus meinem KInd, wenn ich nicht mehr da wäre? Ich bewundere jeden der ein schwerstbehindertes Kind aufzieht - aber nicht jeder hat die Kraft und das hat nichts mit Egoismus zu tun. Ich habe keine Patentlösung, und sehe eine Spätabtreibung ganz kritisch, aber anstatt gegen die Spätabtreibung zu schreien sollten wir lieber daran arbeiten, dass in Deutschland mit behinderten Menschen anders umgegangen wird, dass sie gefördert werden, dass diejenigen, die mit ihnen arbeiten - egal ob beruflich oder privat - unterstützt werden.
Dann würden Eltern in einer solchen Situation vielleicht eher Mut schöpfen es zu schaffen und das THema Spätabtreibung wäre kein THema.
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Einen Menschen so zu nehmen, wie er ist, ist noch gar nichts - das muss man immer. Die wirkliche Liebe besteht darin, ihn auch so zu wollen, wie er ist. (Émile Chartrier)