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Xenical Bericht
Wie gewünscht hier noch mal meine persönlichen Erfahrungen mit dem Medikament
Xenical...
Eigentlich handelt es sich bei Xenical ja mit Nichten um eine Diät,
sondern bestenfalls um ein Medikament, mit dem man seine Gewichtsabnahme
unterstützen kann. Xenicalwird von der Firma Hoffmann-La Roche AG
hergestellt und ist in Deutschland verschreibungspflichtig; allerdings kann es
nur auf Privatrezept verschrieben werden, da die Kassen sich standhaft weigern,
die Kosten für Xenical zu übernehmen. Es ist relativ teuer; eine Packung
Xenical schlagen mit 120,-- Euro zu Buche und man erhält hierfür ca. 80
sogenannte Hartkapseln mit dem Lipasehemmer Orlistat.
Orlistat ist der eigentliche Wirkstoff und es wird ausdrücklich darauf
hingewiesen, dass es nur ab einem Body-Maß-Index von über 30 an aufwärts
verordnet werden soll - also bei erheblichem und krankhaftem Übergewicht. Die
Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen ! Ebenso gilt eine strenge Abwägung
des Risikos bei Schwangeren und während der Stillzeit gilt Xenical gar als
kontraindiziert; soll dann also keinesfalls verordnet werden. Die
Verschreibungspflicht gilt also nicht von ungefähr und man muss auch wegen der
weiteren Nebenwirkungen dringend davor warnen, sich dieses Medikament über
dubiose Kanäle aus dem Internet zu besorgen, wie man es da und dort finden kann.
Zum einen werden offenbar Nachahmerprodukte vertrieben, deren Zusammensetzung
höchst bedenklich ist und sogar sogenannte Placebos sind zu finden, mit denen
gutgläubigen Mitmenschen für teures Geld Milchpulver o.ä. angedreht wird.
Grundsätzlich ist Xenical jedoch durchaus zu empfehlen, wenn man sich
darüber im Klaren ist, dass es keine wie auch immer funktionierende
"Bauch-Weg-Pille" gibt, die man mal für eine Weile nimmt und dann würde man
schon von ganz alleine und ohne weiteres Zutun seine überflüssigen Kilos
verlieren. Geht die Einnahme von Xenical nicht mit einer konsequenten
Veränderung in den Lebensumständen, sowie den Eßgewohnheiten einher, so wird
auch dieses Medikament nichts an dem bestehenden Übergewicht und seinen
negativen Folgen bewirken können.
Nur eine strenge Reduktion und Überwachung der Nahrungsaufnahme insgesamt, vor
allem aber der Aufnahme von Nahrungsfetten, die gleichzeitig mit einer leichten
körperlichen Betätigung einhergeht, kann einen dauerhaften Erfolg bringen und
Xenical kann hierbei lediglich unterstützend wirken ! Es entfacht seine
Wirkung im menschlichen Darm; dort wo u.a. die Aufspaltung von Fett und somit
die Aufnahme desselben in den Stoffwechsel stattfindet. Man bezeichnet diesen
Vorgang als Lipase und eben jene Lipase wird durch die Einnahme von Xenical
gehemmt. Das Medikament sorgt dafür, dass lediglich 30% der durch die Nahrung
aufgenommene Fettmenge vom Körper verwertet werden kann, während der Rest über
den normalen Verdauungsweg wieder ausgeschieden wird. Dies führt aber
gleichzeitig dazu, dass bei einer eventuell zu hohen Aufnahme von Nahrungsfetten
höchst unangenehme Fettstühle entstehen. Hierbei handelt es sich um ölige und
höchst erbärmlich stinkende Stühle, die auch unbemerkt, also ähnlich einem
wässrigen Durchfall abgehen können und variiert mit dem aufgenommenen
Fettgehalt, wobei man diese unangenehme Wirkung auch durchaus positiv sehen
kann, da man auf diese Weise einen guten Indikator besitzt, was eben die
Fettaufnahme anbelangt und man darüber hinaus zwecks Vermeidung jener Stühle
gezwungen ist, die Aufnahme von sichtbaren Fetten einzuschränken. Hier nämlich
kann man am ehesten sparen; zum einen besteht die Möglichkeit, auf fette
Brotaufstriche wie Butter, Margarine u.ä. zu verzichten und stattdessen einen
anderen und weniger kalorisch zu Buche schlagenden "Klebstoff" zu verwenden. So
bietet sich an ein leckerer Senf, Tomatenmark, oder aber auch ein Chutney, was
in allen nur denkbaren Variationen zu erhalten ist. Die meisten Käsesorten
schmecken auch ohne Untergrund; also ganz und gar pur auf dem Brot und auch
hier, also beim Käse sollte man darauf achten, nur solche Sorten auszuwählen,
deren Fettgehalt nicht über 30% i.T. (in der Trockenmasse) beträgt. Sichtbares
Fett, also der Rand beim Steak, beim Schnitzel usw. sollte entfernt werden und
der Hühnerschenkel schmeckt durchaus auch ohne die ausgesprochen fettige Haut,
die aus der ansonsten sehr mageren Mahlzeit eine wahre Kalorienbombe machen
kann. Ich weiß - Fett ist auch ein Geschmacksträger, aber wir wollten doch
abnehmen und ein bisschen wehtun muss es dann eben doch, denn wer schön sein
möchte, muss auch ein gewisses Maß an Leidensfähigkeit mitbringen... ) Um aber
auf Xenical zurück zu kommen... Wie ich bereits betont habe, kann dieses
Medikament als eine Art "Krücke" angesehen werden, auf die man sich hin und
wieder stützen kann, wenn man mal über die Strenge geschlagen hat und die
eventuellen Folgen jenes Handelns begrenzen möchte. Die Einnahme sollte neben
der ärztlichen Überwachung nicht über 24 Monate erfolgen, was nebenbei bemerkt
aber auch nicht erforderlich sein dürfte, denn wer sich an die entsprechenden
Vorgaben hält und seine Fettzufuhr drosselt, der benötigt diese "Krücke"
irgendwann ganz sicher nicht mehr. Darüber hinaus muss man natürlich auch darauf
achten, nun nicht die Fette gegen eine unkontrollierte Aufnahme von
Kohlehydraten zu ersetzen; Kohlehydrate sind zwar aus anderen Gründen zu
bevorzugen, aber Xenical wirkt hier nicht...
Mögliche Nebenwirkungen von Xenical können neben den erwähnten
Fettstühlen und der eventuellen Darminkontinenz Bauch- und Kopfschmerzen sein,
ein Auftreten heftiger Angstgefühle und eine Verstärkung eventueller depressiver
Verstimmungen. Es können Hautirritationen auftreten und ebenso können die
Leberwerte unter Einnahme von Orlistat erhöht sein. Wenn es vom Arzt nicht
anders verordnet wurde, so soll während, bzw. bis zu einer Stunde nach einer
Hauptmahlzeit eine Kapsel eingenommen werden. Also - für eine vorübergehende
Unterstützung und unter ärztlicher Kontrolle durchaus empfehlenswert, aber nix
für die Ewigkeit... Frank
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