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Ingwer
Bei jenem Gewürz handelt es sich um die Wurzelknolle einer in China beheimateten, schilfartigen Staude mit lotusähnlichen Blüten, aber in der Zwischenzeit wird Ingwer nicht allein in China, sondern auch in Australien und zahlreichen anderen tropischen Ländern angebaut. Es gibt hierbei allerdings geschmackliche Unterschiede, denn der chinesische Ingwer besitzt ein blumig-exotisches Aroma und kann leicht auf der Zungenspitze brennen, wo hingegen der australische Ingwer ein eher feinaromatisches und zitronenartiges Aroma hat und mit seinen eher sanften Scharfstoffen dennoch die Kraft besitzt, den gesamten Mund- und Rachenraum zu wärmen.
Im Handel finden wir meist die dickeren Teile der Wurzel in kandierter Form, die ungefähr fingerdicken Seitenwurzeln in entweder geschälten, aber auch in ungeschälten Stücken, was jedoch für die Qualität des Ingwers keinerlei größere Bedeutung besitzt. Und es gibt ihn natürlich auch gemahlen zu erwerben. Die jüngeren Seitensprossen der Ingwerwurzel erhält man in Sirup eingelegt und am zartesten ist der sogenannte "Grüne Ingwer", der auch als "Babyingwer" bezeichnet wird.
Sein sehr eigenwilliges und ausgeprägtes Aroma passt sowohl zu salzigen, als auch zu süßen Gerichten und den frischen Ingwer sollte man dünn schälen und dann fein hacken, raspeln oder schaben. In diesem Zustand nämlich kann man schließlich die meisten fernöstlichen Gerichte, aber auch Geflügel-, Pilz-, Fisch- und Wildgerichte, Marinaden, Saucen, eingelegtes Gemüse und Obst, oder auch einen Rumtopf auf äußerst aromatische Art und Weise würzen. Ingwerpulver hingegen verwendet man eher für Backwaren, für Brötchen, Leb- und Pfefferkuchen, für Obstsalate und Aufläufe, sowie für diverse Getränke. Den kandierten und eingelegten Ingwer serviert man zu Fleisch-, Geflügel-, Wild- und Fischgerichten. Gezuckerte Ingwer-Chips, die es auch als Würfel gibt, eignen sich gut zum Kochen und Backen; z.B. als Ergänzung zu Orangeat und Zitronat.
Ebenso verwendet man den Ingwer bei der Herstellung von Süßigkeiten, wie z.B. Ingwerkonfekt und Ingwerbonbons, in Marmelade, sowie in den sicherlich sehr bekannten Ingwerplätzchen und im gleichnamigen Kuchen. Auch bekannt ist der Ingwerwein, sowie das sogenannte "Ginger Ale", die Ingwerlimonade und das "Ginger Beer", dass Ingwerbier, was jedoch vorwiegend in Großbritannien konsumiert wird, aber auch hierzulande käuflich erwerbbar ist. Ingwer ist außerdem noch Bestandteil des Currypulvers, sowie des Curryketchups.
Der Ingwer gilt aber auch als Heilmittel und wird als Solches schon seit langer Zeit sehr geschätzt. Die Wurzel enthält einen überdurchschnittlich hohen Anteil an ätherischen Ölen, die wiederum in ihrer chemischen Struktur und Wirkung sehr dem Aspirin ähneln. Aus diesem Grund gilt Ingwer auch als schmerzhemmend bei Migräne und Arthritis und das ätherische Linalool lindert Übelkeit, Blähungen und Krämpfe. Ebenfalls wird dem Ingwer eine lindernde Wirkung bei rheumatischen Beschwerden und eine Vorbeugung bei Erkältungen nachgesagt.
Seine Scharfstoffe sorgen für Wärme im Körper und wirken stärkend auf das Immunsystem. Aus diesem Grund wird in der ayurvedischen Ernährung in kalten Wintertagen auch heißes Ingwerwasser, bzw. Ingwer-Tee anempfohlen.
Erwiesenermaßen wirkt Ingwerpulver jedoch gegen Schwindel, Wetterfühligkeit und Reisekrankheiten.
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