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Haferflocken
Der Hafer war die Hauptnahrung der alten Germanen, die dann mit Hafergrütze stark genug waren, um den römischen Invasoren gehörigen Wiederstand leisten zu können. Über einen langen Zeitraum hinweg - bis die Kartoffel schließlich ihren Siegeszug antrat - stand er tagtäglich auf den deutschen Tischen und gab den Bauern Kraft, auch ihr hartes Los zu ertragen. Als dann aber eben jene Kartoffel aufkam, verkam der Hafer zum Tierfutter, bevor er dann wieder zur "Krankenkost" aufgewertet wurde, um heutzutage aber wiederum in Flockenform ein fröhliches Comeback als ebenso gesunde, wie kräftigende und auch sättigende Frühstücks- und Zwischenmahlzeit zu feiern.
Nach dem jüngsten Stand der Forschung ist Hafer das ernährungsphysiologisch wertvollste Getreide überhaupt, denn im Hafer kommen Proteine (Eiweiß) in biologisch höherer Wertigkeit vor, als in anderen Getreidearten. Jene Wertigkeit misst sich an dem hohen Gehalt von Aminosäuren - den Bausteinen des Eiweißes. Hafer aber zählt auch zu den am meisten fetthaltigen Getreidesorten; 70% sind ungesättigte Fettsäuren und hiervon entfallen allein 40% auf die Linolsäure und obendrein bietet Hafer zahlreiche Vitamine aus dem B-Komplex, sowie viele Mineralstoffe und wichtige Spurenelemente, wie Kalzium, Eisen, Mangan und Zink. Natürlich fehlen auch nicht die Kohlehydrate in Form von Stärke, sowie die Ballaststoffe, mit denen allerdings der Weizen im Vergleich gesehen reichhaltiger ausgestattet ist.
Von den Haferflocken, die als unentbehrliche Zutat zum "Bircher-Müsli" Karriere gemacht haben, kennt man verschiedene Sorten; mal sind sie dicker und größer, mal klein und zart. Warum das so ist, zeigt ein kurzer Blick hinter die Kulisse der Herstellung: Zunächst wird der Hafer gereinigt, sortiert und entspelzt und die so vorbereiteten Körner nochmals nach ihrer Größe sortiert und anschließend kurz gedämpft und gedarrt; hierdurch wird die Stärke aufgeschlossen - das Getreide wird bekömmlicher und erhält seinen nussartigen Beigeschmack. Die großen, ganzen Kerne werden zu kernigen Haferflocken platt gewalzt und sie können ebenso roh für Müsli, als auch in kurzer Garzeit zu einem deftigen Haferbrei gekocht werden.
Die wiederum zarten Haferflocken werden aus geschroteten Haferkörnern gepresst. Man kann sie schon aufgrund ihrer wesentlich geringeren Größe schneller zu feinem Brei kochen und weiter sind da noch die Schmelz- oder Instandflocken zu nennen, die aus dem gemahlenen Haferkorn, dem sogenannten Hafermehl hergestellt werden, wobei jene hauchzarten Flöckchen sich auch in kalter Flüssigkeit sogleich auflösen. Zum Schluss muss noch die Hafergrütze genannt werden, die aus einer Mischung aus geschältem, grob sowie fein geschnittenem Korn gemacht wird, aus dem man wiederum Porridge, jenen vor allem in England so beliebten Frühstücksbrei kocht.
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