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  #1 (permalink)  
Alt 19.09.2005, 16:45
Gast8132
Gast
 
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Übergewicht fast wie Alkoholkrank

Hallo ihr Lieben, ich hab vor kurzem ein intensives Gespräch mit einer Leidensgenossin geführt, was unser dickes Problem angeht und das Resumee`des Abend war, dass man unser Leben fast mit dem eines Alkoholkranken vergleichen kann, so krass es sich auch anhört!
Ich kämpfe jetzt schon seit Jahren mit meinem Gewicht, wie wohl viele hier...in dieser Zeit hatte ich mehrere Erfolge zu verzeichnen, was allerdings immer wieder in`s Gegenteil zurück rutschte! Was mich einfach so frustriert, ist die Tatsache, dass man für den Rest seines Lebens davon verfolgt wird, dass man IMMER aufpassen muss, was man isst , ebenso, wie ein trockener Alkoholiker nicht einmal ein Ferrero Mon Cheri essen kann, ohne vielleicht wieder Lust auf was Hochprozentiges zu bekommen! Ich weiss, dieser Vergleich ist vielleicht ein wenig unethisch, fühle mich aber schon in einer zermürbenden Situation, was die Zukunft angeht! Ich möchte einfach mal das essen können, was ich will, ohne zuzunehmen! Jaja, das Leben ist in manchen Ecken ganz schön ungerecht! Liebe Grüße Lilly
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  #2 (permalink)  
Alt 19.09.2005, 16:54
Gast2564
Gast
 
Beiträge: n/a
ich glaube diese situation die du schilderst kennt so gut wie jeder hier. ich persönlich bin zwar nicht übergewichtig aber sobald ich esse worauf ich lust habe und soviel ich möchte nehm ich auch ganz schnell zu und ich hab mich auch damit abgefunden das ich mein leben lang auf meine figur achten muss, das liegt bei uns einfach in der familie.
leider hilft es nicht sich darüber den kopf zu zerbrechen sondern versuchen eine lösung für das problem zu finden. hab mir jetzt ein kochbuch gekauft das sehr viele gesunde und fettarme gerichte zum nachkochen vorschlägt und die sogar richtig gut schmecken, da darfs auch mal etwas mehr sein.
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  #3 (permalink)  
Alt 19.09.2005, 17:43
Kennt sich schon aus...
 
Registriert seit: 10.05.2005
Ort: irgendwo in NRW
Beiträge: 410
Also ich würde es dann eher mit Rauchen (hat nicht so ne rauschende Wirkung wie Alk) vergleichen. Schließlich hat das zu viele falsche Essverhalten welches zum Übergewicht führt keine berauschende Wirkung. (zumindest es ist mir nicht bekannt) Während der Alkoholiker sich selber und andere gefährden könnte. Zum Beispiel er ist Gabelstaplerfahrer und hat schon richtig viel Promilie im Blut und er ist ja da nicht im Vollbesitz seiner Sinne. Das Problem ist auch dass Alkoholiker oft ihre Freunde verlieren, weil sie sich im Suff nicht bewusst sind, was Sie da von sich geben.

Ich habe einen im Bekanntenkreis, der aber selber nicht zu gibt Alkoholiker zu sein. Er ruft mal unerwartet an und schimpft dann grundlos einen aus und geizt nicht mit Schimpfwörtern. Am nächsten Tag verhält er sich so als wäre nix gewesen und grüsst uns ganz höflich und redet ganz normal mit uns über Gott und die Welt. Vermutlich kann er sich nicht mehr daran erinnern.

Ich wüsste jetzt nicht, welche Gefahr der/die Übergewichtige dann für die Mitmenschen sind (von den eigenen Gesundheitsrisiken mal abgesehn). Sicher viele Übergewichtige haben dieses Stattgefühl verloren und verlieren Überblick für das was sie essen oder schon gegessen haben. Sie finden manchmal die Bremse nicht. Wie die Alkoholiker die nicht mehr eben in gesunden Maßen trinken können. Das wäre aber auch meiner Meinung nach das einzige was vergleichbar wäre.

Im Gegensatz zum Alkohol ist das Essen aber notwendig zum leben. Denn ohne Essen gehts nichts. Ein ehemaliger Alkoholiker sollte auf Alkohol verzichten. Genauso wie bei den Rauchern, die ganz von der Kippe wegwollen.

LG gl-apollonia
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  #4 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 10:38
Benutzerbild von mozi24
Wohnt hier
 
Registriert seit: 10.06.2005
Ort: Köln/Bonn
Beiträge: 1.062
Also ich denke, Du kannst es weder mit einem Alkoholiker noch mit einem Kettenraucher vergleichen.

ES sind viel schwieriger zu heilen, denn man muss ja essen um zu leben.

Aber der Körper braucht weder Alkohol noch Nikotin.....

Demnach ist das eine ein völliger Entzug und das andere eine verminderte Nahrungsaufnahme. Spricht, du musst deine Droge in anderen Mengen zu dir nehmen, aber du kann nicht ohne die Droge leben.....
__________________


Gruß mozi16

Wer Schreibfehler findet, kann sie gerne behalten!!!! Ein Geschenk des Hauses.
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  #5 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 10:41
roemerli
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Hi,

ich halte es für gefährlich, hier die arg leidenden Alkoholiker in der einen oder anderen Art, auch nur für einen Vergleich mit ins Boot zu nehmen.

Der Leidensdruck, die Persönlichkeitsveränderungen und der enorme Leidensdruck eines Alkoholikers sind auf keinen Fall mit den Problemen eines Übergewichtigen zu vergleichen.
Komplett zwei verschiedene Baustellen.

Liebe Grüße
Roemerli
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Alt 20.09.2005, 10:51
GipsyJoker
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ein stück weit kann ich lilly verstehen, was sie meint, den ich hatte auch schon die selben gedanken.

das ich dann einige alkoholiker besser kennen gelernt habe, hat mir auch geholfen in dem sinn wie sie "trocken" damit umgehen.

der erste punkt ist es doch immer seine "sucht" anzuerkennen und dazu zu stehen.
ja, ich bin übergewichtig um nicht zu sagen fett.
eine grazie werde ich warscheinlich nie werden, wozu auch?
aber, ich werde mich immer mit dem thema auseinander setzen müssen/wollen.

ein weiter wichtiger punkt der mich bei (trockenen) alkoholikern stark beeindruckt hat, sie lassen sich ihr leben nicht von der krankheit bestimmen.
stellen sich immer wieder diese frage, wer bestimmt den mein leben?
ich oder das glas das da vor mir steht.

das frage ich mich dann auch immer.
klar, man muss essen, aber über das was, darüber bestimme ich doch bitte selber!
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  #7 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 11:03
Benutzerbild von Lorian
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Zitat von GipsyJoker
der erste punkt ist es doch immer seine "sucht" anzuerkennen und dazu zu stehen.
Vorsicht (jetzt nicht direkt Du GipsyJoker - eher allgemein) Übergewicht hat nichts (oder nur bedingt) mit Sucht zu tun! Verwechselt Übergewicht nicht mit einer tatsächlichen Ess-Störung.

Ich denke mal, daß die wenigstens hier wirklich eine Ess-Sucht haben. Ich vermute mal, daß mind. 85 % der Leute hier einfach ein falsches Essverhalten haben, zu viel, zu fettig, zu ungesund, zur falschen Zeit und das über Jahre Das darf man nicht verwechseln.
Ein Suchtkranker MUSS sein Suchtmittel täglich haben. Ihr habt ja nicht täglich kiloweise Essen in Euch geschaufelt. DAS wäre dann eine Krankheit und eine Sucht, aber ich schätze, daß die wenigsten hier so sind.

Als süchtig, und dann im Vergleich mit Alkoholikern, möchte ich mich nicht bezeichnen. Ich konnte auch gut wochenlang ohne Naschkram und fettiges Zeugs leben...
__________________
Liebe Grüße sendet Lorian

Der Unkluge kennt allein nicht seines Magens Maß. Hávamál - 20. Strophe

Für ein großes Fast in ganz Deutschland
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  #8 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 11:04
juzl
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Also ich denke schon, dass man das vergleichen kann.

Beide wissen vermutlich , dass es nicht gut ist, was man tut aber man schafft es nicht davon wegzukommen.

Ich leide auch an meinem Übergewicht und von wegen Pesönlichkeitsveränderung - früher, einige Kilo leichter hab ich viel lieber was unternommen, war spontaner, leider ist das mit jedem Kilo weniger geworden. Ich würde schon sagen, dass das Übergewicht auch meine Persönlichkeit verändert hat.

Ich habe eine Bekannte (Freundin meines Schwagers) die sagen wir mal, mittelprächtige Alkoholikerin ist. Bei Frauen finde ich das ja noch ekelhafter. Arbeiten tut sie nix, ausser Gelegenheitsjobs, sonst lebt sie von Sozialhilfe (denke ich?!?!) Irgendwann am Nachmittag sieht man sie dann in ihr Stammlokal schlendern wo sie auch den ganzen Abend verbringt und mit 100% iger Sicherheit kann ich sagen, dass sie dort nicht nur Mineralwasser und Saft trinkt. Am WE ist sie dann dicht von FR - SO und es ist echt peinlich wenn man im Lokal gebeten wird, sie nach Hause zu bringen, weil sie ständig vom Barhocker knallt.

Im Gegensatz zur mir, ist ihr das überhaupt nicht peinlich und sie gibt auch keine Anzeichen, dass sie etwas an dieser Situation ändern will. Ich möchte mein Gewicht schon ändern!!

Egal wie, ich würde sagen Essen (zuvieles Essen) ist für mich auch eine Sucht (die Gier nach Süssem, der Gedanke ohne Schoki nicht leben zu können, der Gedanke- ich brauch jetzt was sofort und sich dann nicht beherrschen zu können)!! :meim:
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  #9 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 11:17
GipsyJoker
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nein, lorian hat schon recht.
es ist immer ein unterschied ob man alkoholkrank ist, oder einfach nur gerne säuft. (es gibt mehr als eine form von alkoholismuss!!!!)

ebenso ist es ein unterschied ob man nur (gut erkannt, das trifft auch auf mich zu *ggg*) verdammt gerne isst oder ob man wirklich eine essstörung hat.

doch einen teil der wege die bei essstörungen helfen, klappen auch bei einfach nur verfressenen leuts wie mich *kicher*
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  #10 (permalink)  
Alt 20.09.2005, 12:12
Frischling
 
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Huhu,

ich kann Lillyflower auch irgendwo verstehen. Was mich nervt ist, dass ich einfach net so viel essen kann wie andere die dünn sind und kein Gramm dabei zunehmen. Das ist schon eine Ungerechtigkeit!
Aber 1. hab ich nun mal nicht die Gene dazu
und 2. hab ich noch eine Schilddrüsenkrankheit die das Ganze Dilemma noch verrückter macht. Mein Arzt hat zu mir sogar schon gesagt, vergessen Sie es, sie werden nie schlank sein! Na toll! Aber ich denke ich kann´s doch..dauert wahrscheinlich nur länger weil es langsamer geht. Die Medikamente die ich einnehmen muss bremsen halt die Kalorienverbrennung und da nicht mehr viel Schilddrüse da ist, ist das eben so.. na mal sehn - ich werd´s schon schaffen.

Aber um wieder aufs Thema zurückzukommen. Es ist schon sehr anstrengend ständig wenn man immer aufpassen muss. Ich hab mir da auch schon Gedanken gemacht. Wie muss es denn sein sich einmal mit Schokolade vollzustopfen oder abends um elf noch eine Pizza essen. Aber eigentlich ist es für mich auch unvorstellbar. Bei dem Gedanken daran wird mir jetzt grad wieder schlecht. Eigentlich will es ja net mal..aber ist es net immer so.. das was man nicht darf will man unbedingt? Und wenn man es dann gemacht hat, ist es garnet so doll. Ich denke da an eine Tafel Schokolade auf einmal.. ich könnte das glaub ich nie. *würg*
Andere wiederum geniesen es.. nun gut jedem das Seine. Dennoch würd ich Übergewicht auch nicht gleich mit Alkoholsucht vergleichen. Ich denke das sind 2 verschiedene Schienen und nicht jeder Übergewichtige hat eine Essstörung. Ich zum Beispiel hab auch keine. Ich esse eher das Falsche und beweg mich zu wenig. Da ist es schon ein Unterschied. Und ich glaube ein Mensch mit einer wirklichen Ess-Sucht oder Ess-Störung kriegt es nie hin allein abzunehmen, weil es dann wirklich eine Krankheit ist. Solche Menschen brauchen professionelle Hilfe genau wie Alkoholiker.

Tja, wir müssen es wirklich akzeptieren, dass wir eben ein Leben lang "aufpassen" müssen, wenn wir nicht wollen, dass es uns zerrupft! Ich arbeite ja auch gerade dran an einer gesünderen Lebensweise, weil ich nämlich gesund bleiben will. Und das muss man im Auge behalten. Dann klappt es auch besser mit dem Essverhalten.
__________________
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