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Alt 28.02.2006, 13:33
Sheep Sheep ist offline
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Registriert seit: 27.05.2005
Beiträge: 206
Wenn ich sage, dass ich "ich" bin (was ein toller Satz :hau: ), dann meine ich damit ein Individuum, dass es so nur einmal auf der Welt gibt.
Zu einem Individuum gehört eine eigene Persönlichkeit, die für sich selbst eigene Entscheidungen trifft und sich eine eigene Meinung bildet (auch die Meinung anderer zu übernehmen, wäre eine eigene meinung zu bilden).
Dieses Gefühl von "ich", sollen Säuglinge angeblich (laut meinem Psychologen zumindest) noch nicht besitzen. Sie sehen sich mehr oder weniger als Teil ihrer Mutter, der umsorgt und beschützt werden muss. Ihr Ich-Gefühl entwickelt sich dann mit der Zeit, wenn sie immer mehr dazu lernen und sich das Gehirn immer weiter entwickelt.
Prinzipiell kann man sagen, dass das "Ich" automatisch entsteht, sobald du den ersten logischen Gedanken fasst.
Demnach gibt es das "Ich" auch schon bei Tieren. Schimpansen und andere Affen wie auch Delphine, erkennen sich im Spiegel als Individuum. Einem Affen, dem man mit Kreide einen Fleck auf den Kopf gemacht hat (demnach kann er ihn ohne Spiegel nicht sehen) und dem man dann einen Spiegel vorgesetzt hat, schauen sich eine Weile lang ihr reflektiertes Äußeres an und fassen sich dann an den Kreidefleck und versuchen ihn weg zu wischen.
Es ist unmöglich sein "Ich" einfach so abzustellen.
Wünsche und Bedürfnisse gehören dabei zum Ich dazu und lassen sich nicht entfernen. Alleine schon, dass du (Ragna) den Wunsch äußerst, dass alles viel einfacher sein sollte, beweißt deine individuelle Persönlichkeit.
Solange du deine eigene Nase im Spiegel erkennst, bist du ein "du".
Deine geschilderten "Probleme" sind weniger ein Ergebnis von diesem "ich"-Gefühl, als viel mehr die der Gesellschaft. In unserer Gesellschaft ist Besitz, Aussehen und inzwischen auch Intelligenz etwas, über das wir uns immer mehr definieren. Wer das größere Auto hat, die schöneren Pumps und das hübschere Pinke Oberteil hat, der ist "Jemand". Selbst in den "unzivilisierten" (Anmerkung: Extra in Anführungsstrichen gesetzt. "Unzivilisiert" im Sinne von "unserer Kultur relativ fern") Stämmen Südamerikas ist man "Jemand", wenn man eine besonders tolle Hütte hat oder einen besonders tollen Speer. Der Wunsch, dass das "Jemand" sich also nicht mehr über Güter und Erscheinung/Stellung definiert, ist angesichts dem sozialen Gefüge unmachbar. Sobald zwei Menschen da sind, versucht der eine immer irgendwie "besser" zu sein. Ausnahmen bilden da vielleicht die Armish people, wobei sie diese Uniformität natürlich als Basis der Religion sehen. Und je mehr man sich an die Religion hält, desto mehr ist man Jemand. Puh. Was ein Thema. Aber unterhaltsam ist es.


philosophische Grüße
Sheep


viele philosophische Grüße
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