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Alt 07.05.2008, 00:17
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ducati ducati ist offline
Der Geist ist willig...
 
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Wenn aus Diät eine Sucht/ eine Krankheit wird -Bulimia Nervosa-

Ich grüße euch!

Zu Allererst: Wenn ich das wirklich lesen wollt, müsst ihr euch Zeit nehmen, denn es ist schon ganz schön viel....

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Ich weiß auch nicht genau warum ich das schreibe.
Ich möchte euch meine Geschichte erzählen, die ich durchgemacht habe/ durchmache. Einfach um vielleicht einigen zu helfen, andere zum nachdenken anzuregen oder auch nicht.
Ich möchte um Gottes Willen kein Mitleid oder sonst irgendwas. Ich möchte einfach nur das vielleicht der ein oder andere darüber nachdenkt was “das Essen“ angeht...

Mit 12Jahren habe ich angefangen mir Gedanken um mich, meine Figur und mein Äußeres zu machen (typisch Pubertät). Ich habe aus heiterem einfach mal so versucht einen Tag lang nichts zu essen. Dies gelang mir sehr gut- ich konnte Gewicht verlieren und alles schien so einfach, bis die erste Fressattacke kam... Dies sollte für mich ein Problem für die nächsten 6Jahre darstellen, was mir damals natürlich nicht bewusst war.
Dadurch das ich nach diesem Fressanfall natürlich wieder zugenommen hatte, “musste” ich Gegenmaßnahmen unternehmen. Dies in der “Anfangszeit” vom 12. - 14. Lebensjahr zunächst nur mit Tagelangem Hungern, bis sich wieder und wieder und wieder Fressattacken einstellten.
So lief das die ganze Zeit so, Hungern, abnehmen, Fressanfall, zunehmen, Hungern, abnehmen, Fressanfall, zunehmen, Hungern, ...
Bis zum 15.Lebensjahr war das so. Dann kamen die Fressanfälle manchmal 5x pro Woche (!) -Ich konnte es einfach nicht mehr kontrollieren! àNur so zum Rande- wenn ich von einem Fressanfall rede, dann nicht nur von 2Äpfeln und einem Keks sondern ca. 5000 bis sogar 7000kcal auf einmal!!!
Irgendwann begann ich danach zu erbrechen.
Ich wusste einfach nicht wie ich mir helfen sollte. Am Anfang kam ich mir wie das allerletzte vor, besonders wenn ich mich danach im Spiegel ansah... aber indem Moment wo alles draußen war, kam ich mir einfach nur total befreit vor. Zudem erbrach ich allerdings nicht sehr oft wie manch andere Bulimiker , weil es bei mir auch nicht immer “gelang“, so krass es klingen mag. Auf jeden Fall nahm ich in einer Zeitspanne von ca. einem viertel bis halben Jahr14 Kilo zu(!)
(Für die, die es interessiert: das war 2005, ich war 15, bin 180cm groß und habe von 72kg auf 86kg zugenommen)
Ich weiß nach der Zeit echt nicht mehr warum mein Gewicht einfach so sehr in die Höhe gestiegen ist, auf jeden Fall wegen den unkontrollierbaren Fressattacken, vielleicht habe ich in der Zeit auch einfach nicht soo großen Wert aufs abnehmen gelegt, oder hab verzweifelt nach der richtigen Ernährung gesucht... Ich weiß es nicht...
Auf jeden Fall, fühlte ich mich in dieser Zeit kaum mehr wohl (ist vorstellbar) -ich die schon mit 72kg Probleme hatte musste jetzt mit 86kg klarkommen- ich war demontiert!
Die Depressionen wurden schlimmer. Ich begann mich Selbst zu verletzen indem ich mich ritzte... Das war indem Moment ein Ausweg um meine Wut “Versagt zu haben” gegen mich wenden konnte, manchmal machte ich es aber auch, damit der “Herzschmerz” der mir so wehtat von dem körperlichen Schmerz ein wenig unterdrückt wurde... Wenn ich am nächsten Tag die Narben sah, waren diese jedoch wieder da...

Dann begann ich exzessiv Sport zu machen. Mit dem Hungern hörte ich nicht auf, denn für mich war es immer noch die bestmöglichste Lösung- umso schneller geht’s, nach dem Motto! Jedes Mal motivierte ich mich neu es zu schaffen, obwohl es (nach jetziger Sicht) TOTAL aussichtslos gewesen ist! Aber das hätte mir damals mal jemand sagen sollen...
Einige Zeit funktionierte es sogar mit dem täglichen hungern und täglichen Sport- ich nahm ab aber genau so schnell wieder zu...
Zudem bekam ich öfters Ohnmachtsanfälle und hatte das Gefühl es körperlich einfach nicht mehr richtig zu schaffen.
Irgendwann kam der Punkt indem ich einsichtig werden musste. Und der kam dann, als ich mich das erste Mal meinen engsten Freunde sowie Familie in dem Thema so richtig öffnen konnte, was ich vorher nicht konnte. Ich bin ein ehrgeiziger Mensch und will/wollte immer alles alleine schaffen, bloß in dieser Hinsicht und nach dieser Zeit, musste ich mein Herz einfach ausschütten. Und es tat gut.
Im Februar 2006 dann der Umschwung. Ich schaffte mir einen -normalen Diätplan- ohne hungern (aber zu einseitig). Ca. 600kcal am Tag einsparen und hin und wieder Sport.
Das erste Mal in meinem Leben funktionierte ein Diätplan àund zeigte Erfolg! Zwar nicht in der Zeit in der ich es gern gewollt hätte (10kilo in einem Monat) sondern 14kg in ca. 6Monaten. Ich war so glücklich und stolz. Ich hatte die Fressattacken, das hungern überwunden und fast keine Depressionen mehr (Es muss dazu gesagt werden das ich bis zu dieser Zeit noch nicht einmal wusste das ich eine Essstörung hatte bzw. wollte es mir nicht eingestehen)
Auf jeden Fall hatte ich es geschafft. Ab dann waren es “nur noch” 8kg und mein Wunschgewicht wäre erreicht gewesen.
Dann fuhr ich im Sommer mit meiner Freundin nach Italien. Es war ein heißer Sommer 2006. Der Urlaub war richtig geil, ABER das Essen.
Sagen wir es kurz: ich habe mir in dem Urlaub alles gegönnt auf was ich die letzten 6Monate so sehr verzichtet habe. Der ein oder andere mag sagen ist richtig so, aber das Problem war, dass ich nach dem Urlaub nicht mehr in meinen “Diätplan” hineinfand. Fressattacken kamen wieder, aus Verzweiflung legte ich wieder Hungertage ein...
Von Mitte Juli bis Anfang September nahm ich so wieder 6-7kg zu (!)
Ab Mitte September schaffte ich es mich wieder mit meinem Alten Diätplan Aufzuraffen und nahm so bis zum 24.12. Wieder bis zur 72 ab.
Solche “Auf und Ab Zeiten” ereigneten sich von September 06 bis Juli 07 5mal (!) 10kg hoch und wieder runter, hoch und wieder runter...
Körperliche sowie Psychische Strapazen der feinsten Sorte...
Der Alte Diätplan galt aber nur bis ende Dezember. Er dauerte mir zu lange und es sollte einfach schneller gehen. Dadurch das ich langsam wusste, das ein FA sowieso kommt, machte ich es einfach so, dass ich 4-5Tage in der Woche fast nichts As und einen bis 2TAge in der Woche aber ohne zu Zügeln reinhauen konnte! Und es funktionierte! Von Anfang MAi07 bis Mitte Juni07 waren 10kilo weg! (wie ich das geschafft habe kann ich im Moment echt nich sagen, gerade weil das zu meiner Prüfungszeit war...)
Ich schaffte es sogar auf die 70,2 aber die 6 davor habe ich nicht gesehen...
Danach kam wieder der Urlaub, die Ferien und alles war zu nichte gemacht...

Als Fazit bis hierhin kann man also sagen, dass meine ganze Pubertät sich also reichlich ums Essen gedreht hat.
Es wurde umso mehr Zeit verging einfach immer krasser.
Ich bin schon immer ein unglaublich ehrgeiziger Mensch gewesen, und konnte dadurch das Ziel endlich dauerhaft abzunehmen und mein Wunschgewicht doch noch zu erreichen nicht aus den Augen lassen.
Es konnte einfach nicht angehen, dass ich es nicht schaffte mit diesem Problem zu werden, da ja sonst alles zu funktionieren schien...

Ich bin noch nicht alt, aber ich kann sagen in meinem Leben schon an einigen Tiefpunkten gewesen zu sein wo manches für mich wirklich nur noch hoffnungslos erschien,... und das "nur" wegen dem Essen...

Voriges Jahr im November dann das tiefste Loch: Ich musste ins Krankenhaus weil Risse im Zwölffingerdarm entdeckt wurden, die nach einem Gespräch mit dem Arzt zu 90% von meinen "Eskapaden" mit dem Essen kamen, zudem hatte ich Gallenstein (und das mit 17!) aber das diese von der Essstörung kamen, kann man nicht 100% sagen...
Auf jeden Fall musste ich nun operiert werden und mir ging es mit diesem Gedanken sehr schlecht und ich musste viel nachdenken...
Mein armer armer Körper, wie soll es weitergehen? Ich muss normal Essen, aber ich will doch abnehmen, schließlich hat sich seit Juli an meinem Gewicht nichts mehr getan!
Eine andere Möglichkeit war zum Psychologe zu gehen...
Eine sehr schwere Entscheidung für mich, weil mir -als ehrgeiziger Mensch der ja alles alleine schafft dann auf Hilfe von anderen angewiesen ist -auf keinen Fall!!! Ich dachte mir, nach dem Krankenhaus wird alles besser- ich versuch meinen Diätplan nicht mehr so krass zu machen und schaff es trotzdem abzunehmen...
Ich schaffte es nicht. Schwere Depressionen kamen wieder,... Also rief ich an. Meine Eltern meinten: es ist ein Weg, einfach versuchen es kann nur um eine Erfahrung reicher machen... Und es war eine gute Entscheidung.
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