|
Mh, ich hab über dieses Thema auch schon sehr oft nachgedacht.
Anstoss dafür war bei mir ein ganz spezieller Auslöser. Nämlich, dass ich früher sehr dünn war (heute denke ich, wohl haarscharf an MS vorbei) und meine Schwester immer sehr dick.
Ich wurde quasi immer von allen gefüttert und beobachtet, dass ich ja nicht noch dünner werde (was wohl dann irgendwann ein bissel mit Schuld an meinem Übergewicht war). Dauernd war mein Gewicht Gesprächsthema und alle haben sich Sorgen gemacht. Mittlerweile fängt es wieder an, obwohl ich noch weit vom Untergewicht entfernt bin.
Meiner Schwester allerdings, (und das tut mir richtig leid) wurde nie diese Aufmerksamkeit "geschenkt" und das ist auch heute noch so. Im Gegenteil, wo man eigentlich auf gesunde Ernährung achten sollte, wird sich gefreut, dass sie so einen "gesunden" Appetit hat. Omas und Mütter können da echt grausam sein.
Und das habe ich auch außerhalb der Familie erfahren müssen. Also kurz gesagt, habe ich auch die These, dass MS oft "eher" als Krankheit und lebensbedrohend angesehen wird, als krankhaftes Übergewicht.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass in unserer Gesellschaft viele eher erschrocken sind über eine sehr dünne Person, als über eine sehr dicke. Ich habe recht viele sehr übergewichtige Menschen in meinem Bekanntenkreis und das ist für die irgendwie "normal". Da wird gar nicht daran gedacht, dass das nicht gesund ist. Wenn ich aber sage, ich möchte gerne noch fünf Kilo abnehmen, werde ich direkt als magersüchtig (und ja, das Wort ist sogar schon mehrmals so benutzt worden) hingestellt und alles ist besorgt.
Ich finde das nicht richtig. Und manchmal frage ich mich ernsthaft, ob ich vielleicht durch mein damaliges Untergewicht ein bissel mit Schuld an dem Übergewicht meiner Schwester habe. Weil meine Mutter immer aus Angst meine Schwester übermäßig "gefüttert" hat. Ich denke, für meine Mutter war "dick" das kleinere Übel...
Liebe Grüße
Sabrina
PS: Ich muss noch dazu schreiben, ich habe diese Gedanken grade zum ersten Mal aus meinem Kopf gelassen, noch nie mit irgendwem darüber gesprochen oder es aufgeschrieben. Wenn jemand da jetzt also Denkfehler erkennt, oder sich negativ angesprochen fühlt, sorry, das sind nur meine Gedanken...
__________________
Wohl denen, die ihren Kindern den Sinn dafür bewahren, dass kleine Dinge sie freuen... Jeremias Gotthelf (schweiz. Schriftsteller 1797 - 1854)
|