Hallo,
Ich danke euch für eure Antworten.
Einer der Gründe, der mich daran hindert, zum Arzt zu gehen, ist u.a., dass wir hier in einer kleiner Stadt wohnen und mein Vater selbst Arzt ist (Orthopäde). Sein Name ist hier relativ bekannt und ich werde auch öfter gefragt, ob ich seine Tochter bin. Es ist mir unangenehm zu einem Psychologen zu gehen, der vielleicht weiß, dass ich seine Tochter bin und so viele Details zu verraten.
Wenn ich nicht wüsste, dass mein Vater sowieso von vornehinein dagegen wäre, dass ich Medikamente, beispielsweise Antidepressiva nehme, dann wäre ich vielleicht auch schon früher zum Arzt gegangen. Da ich leider Minderjährig bin, müssen die Eltern immer bei sowas informiert werden.
Und er würde mir einen Vogel zeigen, wenn erhört, dass ich sowas nehmen möchte.
Das Tolle ist ja, dass meine Eltern gar nicht richtig wissen, WIE schlecht es mir wirklich geht. Sie sehen zwar immer, dass ich bei Streitereien z.B. sehr schnell anfange zu heulen und auch sehr oft, aber denkt ihr, die kommen mal hoch, um mich zu trösten ? Die machen dann gerade weiter. Und sie sehen auch, dass ich oft unglücklich schaue und öfter schweigend am Tisch sitze ohne mich an den Gesprächen zu beteiligen.
Aber wenn meine ältere Schwester heult, was sehr selten vorkommt, heißt es, "du kannst dich mal entschuldigen, ich glaub, sie weint". Und was ist mit mir ? Interessiert es da keinen ?
Ich kann mit ihnen über sowas nicht richtig reden und ich wüsste auch nicht, wie ich da anfangen soll.
Ich mache ihnen auch immer noch oft Vorwürfe, dass sie selber Schuld an diesem Mist sind, weil wir vor 7 Jahren umgezogen sind. Ich wurde mit 10 aus meiner Heimat gezogen, dort war einfach alles perfekt. Und jetzt sitze ich in diesem Kaff. Ich war um die 5 Jahre ganz alleine, hatte keinerlei Kontakte, NIE jemanden, mit dem ich reden konnte, verabredet hab ich mich so gut wie nie. Und ich bin fett geworden. Damals fing das alles an, dass ich immer unglücklicher wurde. Als ich vor 2 Jahren die Schule gewechselt habe, wurde alles etwas besser, ich hab seitdem viele Kontakte geknüpft, aber die richtigen Freunde waren nie dabei.
Wenn es mir mal wieder scheiße geht, schiebe ich alles auf den Umzug, denn sonst wäre es vielleicht nie so weit gekommen. Und auf mich, weil ich mir die Kilos selber angefressen habe, die auch einen Großteil dazu beitragen.
Ich merke jedes Jahr, dass ich immer unglücklicher werde. Bei bestimmten Anlässen, also Ostern, Weihnachten, Geburtstage usw. denke ich, dass die letztes Jahr noch viel schöner waren.
Im Übrigen war ich gestern nicht mehr draußen. Nur heute einmal kurz...
@ Tatum
Ich bade auch sehr gerne, wenn es mir schlecht geht und verwöhne mich etwas mit Masken usw. Hab ich heute auch wieder. Trotzdem kann ich den Frühling nicht genießen, weil ich weiß, dass bald wieder der Sommer kommt, indem ich aufgrund meiner Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen) kaum noch das Haus verlassen werde.
@ blackrose
Mir geht es genauso. Ich hasse es, morgens aufzuwachen und nicht zu wissen, was man machen soll und dass man in diesem Kaff gefangen ist. Machst du das auch alles mit dir alleine aus, ohne professionelle Hilfe und ohne Psychologen ?
@ anonymesMoppel
Bei mir wurde ein Großteil auch durch den ganzen abartigen Stress in der Schule verursacht, schon von der 5. Klasse an jetzt bis zur 10., in der ich gerade bin. Ich habe dazu auch mal einen Thread geschrieben, weil ich einfach so verzweifelt war. Dieser hier (
http://diaet.abnehmen-forum.com/priv...4-burnout.html). Ich denke, du verstehst das, was ich dort beschrieben habe, oder ?
Hilft dir das Johanneskraut ? Was für Nebenwirkungen gibt es ?
Ihr Lieben, ich könnte jetzt stundenlang weiterschreiben, aber es ist schon wieder viel zu lange geworden. Danke für's Zuhören.