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Alt 19.01.2008, 11:37
XYZ XYZ ist offline
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Dürfen Kinder abnehmen? Wie am besten?

Hallo,

ich bin durch viel googlen auf euer Forum aufmerksam geworden.

Meine 9j. Tochter liegt mit ihrem Gewicht ca. 2kg über der Höchstgrenze. Sie war schon immer etwas kräftiger als meine große Tochter. Schon als Stillbaby an der Grenze.. bisher aber nie drüber. Leider hat sie zum Sommer hin ihren Sport aufgegeben und ist nun auch nicht mehr so viel draußen spielen, wie sie das bis vor einem Jahr noch gemacht hat. Ich denke, da liegt die Hauptursache.. mangelnde Bewegung.

Dazu kommt aber auch, dass sie einfach gerne isst (gesund) aber auch nascht.. und auch ein Frustesser ist/ außerdem, weil es so gemütlich ist..
Inzwischen ist sie aber total unglücklich mit ihrem Äußeren. Sie hat halt einen richtigen Bauch. Die große Schwester wie gesagt, ist dünn und meine Kleine vergleicht sich stark. Totunglücklich ist sie, wenn die Große Klamotten aussortiert und ihr die nicht passen, nur wegen des Bauches. Sie weint oft und sagt, sie sei so fett.

Ich habe ihr gesagt, ich unterstütze sie nun dabei, etwas dünner zu werden. Ich habe im Netz den BMI ausrechnen lassen. Sie kam auf 20,9 und ich bekam den Tipp sie "einfach nur wachsen zu lasse". Sie bräuchte nicht direkt abnehmen. Aber sie möchte nun nicht einfach wachsen, sondern schneller Erfolg sehen. Und wenn es nur kleine Erfolge sind.. daher hab ich geschaut wie viel Kalorien sie so zu sich nehmen darf. Das sind bei einem 9j. Mädchen 1800. Ohne dass sie das weiß (möchte nicht, dass sie so Kalorien-fixiert wird) schreib ich mir auf, was sie am Tag so isst und rechne das dann um.. so hab ich ein besseres Gefühl, wie viel sie überhaupt darf und was zu viel ist. Ich war tatsächlich überrascht über die Menge- also die Menge, die sie zu sich nehmen soll! Das ist ja fast so viel wie ein Erwachsener essen darf!

Seit einer Woche achte ich nun verstärkter drauf.. sie hat in der Woche täglich zwischen 1300 und 1800 kcal zu sich genommen. Sie konnte natürlich essen bis sie satt war. Aber ich gebe ihr z.B. statt der 3.Scheibe Brot am Abend nur noch Rohkost und achte natürlich beim Kochen auf Fett und bei den Getränken. Sie hat so schon ein halbes kig abgenommen! Wenn ich das so beibehalte, ist das doch nicht ungesund, oder?

Ihr "Ernährungsplan" sieht momentan so aus..

* morgens vor der Schule - Banane, Brot oder auch mal nur Milch oder Kakao (wechselt je nach Tagesform)
* in der Schule - Brot mit Frischkäse/ Gouda.. und Rohkost/Obst und eine Apfelschorle
* mittags - isst sie zu Hause was ich koche
* nach dem Mittag bekommt sie eine Kleinigkeit Süßkram (ein Schokoriegel oder so)
* abends - Brot mit Rohkost/Obst

Zwischendurch gibt es hier zu Hause nur Rohkost/Obst und zu trinken Wasser oder Tee. Ist sie aber mit Freundinnen unterwegs holt sie sich auch schon mal ein Brötchen.. so hat sie vor ein paar Tagen folgendes "gebracht" :

Sie geht mit einer Freundin in die Stadt. Ursprünglich wollte sie Nagellack kaufen, aber der Bäcker lockte und sie holten sich ein Campingbrötchen (Hefeteig mit Honig drauf).. dann wurde weiter gebummelt, sie kaufte sich einen Kuli.. und die Freundin kaufte eine Schokolade. Sie teilten sie gerecht auf und jeder aß die Hälfte. Beim rausgehen aus dem Laden kamen sie an einem Bäcker vorbei, der ihnen ein Brötchen schenkte: auch aufgefuttert.
Die Brötchen erzählte sie mir zu Hause. Ich meinte dann, dass das ja nicht so schlimm sei, sie aber nächstes Mal vielleicht nur eins essen sollte.. am nächsten Tag erzählte mir die Mutter der Freundin von der Schokolade.
Nachmittags fragte ich meine Tochter lächelnd ob sie sich Schoki gekauft hätten und ob's geschmeckt hätte. *g* Sie meinte, sie hat mir davon nichts erzählt, weil sie dachte ich würde schimpfen. Den "Zahn" hab ich ihr gezogen.. erklärte aber, dass es auch für mich wichtig sei zu wissen, was sie ungefähr tagsüber isst, damit ich danach die Art des Abendbrots richten könnte.

Ich möchte möglichst wenig Aufhebens ums Essen machen. Sie soll ja keinen Schaden davon tragen... Essstörungen sind ja heutzutage ziemlich häufig auch schon bei Kindern zu beobachten.

Die Mutter einer Freundin (die Mutter der Schokoladenfreundin )achtet z.B. meiner Meinung nach viel zu übertrieben darauf, dass die Kinder sich ihrer Meinung nach gesund ernähren:
- Käse aufs Brot ist nicht gut (Trennkost)
- Obst ist abends nicht gut, wegen der Säure... besser sei Gurken/Paprika, also Gemüse
- Äpfel seien Birnen vorzuziehen, da sie weniger Zucker hätten etcpp...
- Bananen machen dick

MIR ist es aber wichtig, dass mein Kind isst, worauf sie Appetit hat. Möchte sie eine Birne, werde ich ihr keinen Apfel aufschwatzen. Und möchte sie abends eine Banane bekommt sie die auch. Ich achte wie gesagt mehr auf die Menge..

Zum Kinderarzt möchte ich damit noch nicht gehen, denn erstens ist unsere Ärztin leider in Rente gegangen und wir müssten nun zu einer neuen. Da dann gleich mit diesem Problem anzufangen, wäre für Tochter äußerst unangenehm. Außerdem ist sie z.Zt. seelisch eh etwas labil.. wir sind bei einem Kinderpsychologen in Behandlung. Sie vergleicht sich zu stark mit der großen Schwester und ihr fehlt Selbstbewusstsein. Fühlt sich weniger geliebt und meint, sie kann nichts. HAt in der Schule ein paar Konzentrationsprobleme.. das ist die größere Baustelle und ich hoffe, dass wenn diese bearbeitet wurde, sich das Ernährungsproblem von allein regelt...

Was haltet ihr von meiner "Nahrungsumstellung"?
Ist das wohl der richtige Weg?

Ach so, was ich vergessen hab: Mangelnde Bewegung!
Da arbeiten wir natürlich auch dran. Sie möchte gerne Tanzen gehen. Das wollten wir uns bereits Mittwoch anschauen, aber es fiel leider aus. Aber diese Woche starten wir einen neuen Versuch. Außerdem wird ab Frühling wieder 1x die Woche auf den Sportplatz gegangen um für das Sportabzeichen zu trainieren. Das ist immer von März bis Oktober im Jahr.. In Leichtathletik ist sie (trotz Asthma!) super gut. Vor allem im Springen und Sprint. Leider hat sie nicht so viel Ausdauer und man muss sie zu ihrem Glück öfter "zwingen".. Der Schulweg ist super kurz, den läuft sie natürlich und nun wird sie, wenn sich hoffentlich bald das Wetter ändert, wieder vermehrt draußen spielen.

Im Sommer fahren wir nach Spanien mit einer befreundeten Familie. Deren Tochter ist ein noch größerer "Spargeltarzan" als meine große Tochter. Dann vergleicht sie sich womöglich doppelt... *heul* Sie möchte doch nur einen flachen Bauch.

Mach ich das so richtig? Was meint ihr?
Ich freue mich auf eure Meinungen!

Geändert von XYZ (19.01.2008 um 11:39 Uhr).
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