Thema: Eisen
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Alt 22.07.2005, 02:20
Gast30
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Hallo Goyangi... :gf:

Auf Grund seiner Funktion rechnet man das Eisen zu den Spurenelementen, doch das Vorkommen des Eisens im menschlichen Körper liegt so hoch, dass man es im Grunde eher zu den "Mengenelementen" zählen sollte. Im Körper eines erwachsenen Menschen liegt der Eisenanteil zwischen 2,5 und 4 Gramm !

Eisen kommt in unseren Nahrungsmitteln in den unterschiedlichsten Formen vor, wobei die pflanzlichen Lebensmitteln als eher schlechte Eisenlieferanten gelten, da das Eisen hier nur in ionisierter Form enthalten und daher schlechter vom Körper verwertbar ist. In den tierischen Lebensmitteln bezeichnet man das Eisen auch als "Hämeisen" und die Tatsache, dass pflanzliches Eisen schlechter zu verwerten ist, als tierisches Eisen, entfachte immer wieder innerhalb und außerhalb der Fachwelt eine Diskussion um die ausreichende Versorgung bei vorwiegend vegetarischer Ernährungsweise an. Eine Vielzahl von inzwischen vorliegenden Studien aber lässt heutzutage eine weitaus differenziertere Betrachtung zu und so muss man bei einer vegetarischen Ernährung unterscheiden, ob sie freiwillig, oder aus ökonomischen, bzw. religiösen Gründen und mit begrenztem Angebot an Lebensmitteln praktiziert wird.

Nimmt man Eisen unter Zugabe von Vitamin C auf, so erhöht sich die Resorbtion - insbesondere bei vegetarischer Ernährung (!) und hebt gleichzeitig - besonders wichtig - die Wirkung von resorbtionshemmenden Stoffen auf. Solche resorbtionshemmenden Stoffe sind z.B. Oxalsäure, Calcium und Phosphat. Diese Stoffe verbinden sich mit Eisen zu schwer löslichen Molekülkomplexen und das Vitamin C kann diese Verbindung verhindern...

Lebensmittel mit hohem Eisenanteil und resorbtionshemmenden Stoffen sind :::
  • * Spinat hat einen hohen Oxalsäuregehalt, der sich hemmend auf die Resorbtion auswirkt.
    * Sojabohne, sie besitzt einen hohen Anteil an resorbtionshemmenden Phosphat ... - ...das ist besonders tragisch, da die Sojsbohne ein Lebensmittel mit sehr hohem Eisengehalt ist...
    * Milch und Milchprodukte hemmen die Resorbtion von Eisen wegen ihres hohen Calciumanteils...

Liste der resorbtionshemmenden Stoffe :::
  • - bestimmte Ballaststoffe (beispielsweise Kleie)
    - Calcium
    - Carbonate
    - Oxalate (beispielsweise Spinat, Rhabarber, Kakao)
    - Phytal
    - Proteinmangel in der Nahrung
    - Phosphat
    - Tannine (beispielsweise Tee, Kaffee)

Im menschlichen Körper kommt der größte Teil des Eisens in den roten Blutkörperchen vor, deren Hauptbestandteil jenes Spurenelement ist. Auch diese Erythrozyten sind letztlich Körperzellen und der Stoffwechsel dieser Erythrozyten wird vom Eisen bestimmt. Anzumerken ist, dass ein großer Teil des Eisens von Leber und Milz "wiederaufbereitet" und dem Körper somit neu zur Verfügung gestellt wird. Über Galle, Schweiß, Stuhl und Urin werden täglich im Durchschnitt etwa 1mg Eisen ausgeschieden und nur bei Frauen gehen während der Menstruation bis zu 35 mg Eisen verloren...
...grundsätzlich kann man sagen, dass auch lediglich diese Mengen über die Nahrung wieder zugeführt werden müssen und ganz wesentlich bei der Aufnahme des Spurenelements ist, wie bereits erwähnt - die Form, in der das Eisen zur Verfügung steht.
Eisen aus tierischen Lebensmitteln ist sehr leicht fettlöslich und resorbiert fast ohne Beschränkungen - Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln liegt fast ausschließlich in ionisierter Form vor und ionisiertes Eisen geht meist nur schwer lösliche Verbindungen ein. Die Eisenversorgung wird durch alle Faktoren begünstigt, die das Spurenelement wie schon gesagt davon abhalten, entsprechende Bindungen einzugehen; also z.B. Vitamin C...
In umgekehrter Weise gilt, dass alle Stoffe, die eine Bindung mit anderen Faktoren begünstigen, sich eher negativ auswirken.
Durchschnittlich wird Eisen aus tierischen Nahrungsmitteln zu etwa 20% und das aus pflanzlichen Lebensmitteln zu etwa 5% resorbiert.

Die Aufnahme des Eisens erfolgt im Darm und dort in den sogenannten Schleimhautzellen, wobei Transport und Speicherung vom Eiweiß, den Proteinen im Körper abhängig ist. Der menschliche Organismus aber ist durchaus in der Lage, die Resorption an seinen möglichen Bedarf entsprechend anzupassen.

Man sagt so, dass weltweit ungefähr rund 20% der Menschen von einem Eisenmangel betroffen sind und besonders Frauen vor der Menopause, Schwangere und überhaupt bei weiblichen Jugendlichen, sowie bei Säuglingen kann eine Häufung ausgemacht werden. Als Mangelsymptome gelten Erschöpfungen, Kopfschmerzen und eine allgemeine Mattigkeit, denn die Haupterschinungsform des Eisenmangels liegt in einer sogenannten Anämie - einer Verminderung der roten Blutkörperchen und dies wiederum führt zu einer abgeminderten Sauerstofftransportfähigkeit des Blutes. Durch den so entstehenden Sauerstoffmangel kommt es schließlich zu den beschriebenen Symptomen...
Zu Panik gibt es jedoch kaum einen Anlass, denn man betrachtet einen gewissen Eisenmangel, solange sich dieser nicht in einem ernsten und klinisch bedenklichen Krankheitsbild mannifestiert, heute in einem gänzlich anderen Licht, als zu früheren Zeiten. Dagegen wird eine zu hohe Eisenversorgung mit der Entstehung und dem Verlauf einiger schwerwiegender Erkrankungen, wie die Artherosklerose, mit Infektionen und mit Krebs in Verbindung gebracht. Bei bakteriellen Infektionen z.B. versucht der Organismus - als physiologische Reaktion den Eisenspiegel im Plasma zu senken; dadurch wird dann das Eisen, welches für das Bakterienwachstum notwendig ist, den Bakterien entzogen und die Infektionsschwere gemildert... - ...auch für schwangere Frauen gilt dies als eine natürliche Schutzwirkung ! Demzufolge werden leicht erniedrigte Eisenwerte heute nicht mehr generell als etwas Schlechtes gewertet - sie können sogar als gesundheitlich zuträglich betrachtet werden...

Die Hauptaufgabe des Eisens liegt wie bereits ausgeführt beim Sauerstofftransport im Organismus und zudem übernimmt Eisen in der Muskulatur und in Gestalt von "Myoglobin" die Aufgabe des Sauerstoffspeichers. Im Stoffwechsel der Atmungskette ist Eisen an der Energiegewinnung in den Mitochondrien beteiligt und darüber hinaus ist das Spurenelement an der Zellbildung und der Synthetisierung verschiedener Hormone (z.B. Adrenalin und Dopamin) und dem Abbau von Radikalen beteiligt...

Der Bedarf des erwachsenen Organismus liegt bei etwa 1mg pro Tag und lediglich Frauen im gebärfähigen Alter sollten mit einem durchschnittlichen Eisenbedarf von 1-2mg pro Tag rechnen. Bei "Mischköstlern", so wie wir es nun einmal sind, muss aber die Zufuhrmenge dementsprechend höher sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt bei einer gemischten Kost daher 10mg Eisen für Männer und 15mg für Frauen im gebärfähigem Alter. Schwangeren wird die Aufnahme von 30mg und bei stillenden Müttern sollte die Aufnahme bei etwa 20mg liegen...

Bei einer rein vegetarischen Ernährung kann der Eisenwert schon mal unterhalb des Normbereiches liegen; solange jedoch keine Symptome bezüglich eines Eisenmangels zu beobachten sind, braucht auch keine zusätzliche Eisensubstitution stattzufinden. Liegen solche Symptome vor, so sollte eine Kontrolle des Blutbildes vorgenommen und dann unter ärztlicher Aufsicht eine entsprechend medikamentös unterstützende Therapie eingeleitet werden...

Fazit - liebe Goyangi...
...wenn Du keine der genannten Mangelsymptomatiken hast, dann ist eine zusätzliche Substitution von eisenhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln nicht nur überflüssig, sondern durchaus auf Dauer betrachtet eher schädlich. Darüber hinaus solltest Du mit Deinem Arzt darüber sprechen und wenn Du diesbezügliche Probleme hast, eine entsprechende Untersuchung Deiner Blutwerte vornehmen lassen. Eisenhaltige Präparate sollten, wie Du selbst bereits festgestellt hast, niemals auf leeren Magen konsumiert, bzw. zugeführt werden, da sie ansonsten Übelkeit hervorrufen können und im Zusammenhang mit einer Eisensubstitution solltest Du vornehmlich auf Vitamin C reiche Nahrungsmittel zurückgreifen. Hier bieten sich Südfrüchte (Orangen, Zitronen, Kiwi), aber auch einheimische Obstsorten, Hagebutten, schwarze Johannisbeeren, die sehr gesunde Kartoffel und als Gemüse ganz besonders die Paprika (!) an. Nebenbei sollte man bei Frauen auch noch anmerken, dass diese bei Einnahme der Pille einen erhöhten Vitamin C-Bedarf haben; dieser Umstand wird leider allzu häufig übersehen...

So - hoffe mal, Dir einige Fragen beantwortet zu haben...

lg Thommy...